Das diesjährige Raiffeisen Forum Nordwestschweiz stand ganz im Zeichen der Cyberkriminalität und ihrer zunehmenden Bedeutung in unserem Alltag. Unsere Referentinnen und Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigten auf, wie wir Betrugsversuche frühzeitig erkennen, Risiken reduzieren und uns im digitalen Alltag besser schützen können.
Peter Sopka, Leiter des Dezernats Digitale Kriminalität der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, zeigte auf, wie viele persönliche Daten wir im Alltag bewusst oder unbewusst preisgeben. Sein Appell: Aufmerksamkeit allein genügt nicht. Wer digitale Dienste nutzt, sollte das eigene Verhalten regelmässig hinterfragen und bewusst mit den eigenen Daten umgehen
Anhand ihrer persönlichen Erfahrungen mit Deepfakes verdeutlichte Mona Vetsch, wie schnell das eigene Bild und die eigene Glaubwürdigkeit missbraucht werden können. Ihre zentrale Botschaft: Angst, Scham und Schweigen helfen nur der Täterschaft. Umso wichtiger sind Aufklärung, Aufmerksamkeit und der offene Austausch über solche Vorfälle.
Jens von der Haar, Head of Cyber Intelligence & Response Center bei Raiffeisen Schweiz, zeigte anhand seiner Live-Demonstration eindrücklich, wie realistisch KI-generierte Inhalte inzwischen wirken können. Besonders wichtig seien deshalb einfache Kontrollmechanismen, beispielsweise ein Rückruf über eine bekannte Telefonnummer oder ein innerhalb der Familie vereinbartes Codewort.
Als Betroffene eines gross angelegten Onlinebetrugs gab Ruth Van de Gaer Sturzenegger einen persönlichen Einblick in die Folgen von Cyberkriminalität. Sie machte deutlich, dass hinter solchen Betrugsfällen oftmals ausgefeilte psychologische Manipulation und ein systematischer Vertrauensaufbau stehen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Rolle des Umfelds: Betroffene benötigen Verständnis, Geduld und Menschen, die ihnen offen zuhören.